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Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe
In den derzeit 53 Freundeskreis-Gruppen in Schleswig-Holstein treffen sich einmal wöchentlich suchtkranke Menschen und Angehörige. Annahme und Verständnis, Zuwendung, gegenseitige Wertschätzung und Echtheit kennzeichnen den Umgang miteinander. Eine zufriedene Lebensgestaltung ohne Suchtmittel ist das Ziel aller Hilfeangebote. Damit richten sich Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe an Menschen mit einer Abhängigkeit von Alkohol und / oder Medikamenten, an Spielsüchtige, an Menschen mit Essstörungen sowie an Abhängige von illegalen Drogen. Die Möglichkeiten von (Ab-)Hilfe und Behandlung sind bekannt. Weil Sucht eine „Familienkrankheit“ ist, machen die Freundeskreise auch Angebote für Angehörige von Suchtkranken. So finden (Ehe-)Partner/innen, Eltern, Kinder und Freunde in den Freundeskreis-Gruppen Hilfe, um ihre eigene Verflechtung im Suchtsystem zu erkennen und Möglichkeiten für den Ausstieg zu erarbeiten. Selbsthilfe für Angehörige ist darüber hinaus präventive Hilfe, die erheblich dazu beiträgt, den sich oft über mehrere Generationen fortsetzenden Kreislauf von familiären Suchterkrankungen zu überwinden. Je nach Bedarf kann Selbsthilfe auch geschlechtspezifisch stattfinden (z. B. Frauengruppen). Die wichtigsten Merkmale der Gruppen sind u. a., dass alle Mitglieder ähnliche Erfahrungen und Probleme haben und gleichberechtigt sind; sie arbeiten ohne starre Richtlinien und Vorschriften, in der Regel auch ohne die Mitwirkung von professionellen Mitarbeiter/Innen. Freundeskreise sind offen für alle Konfessionen; unterschiedliche Glaubensrichtungen sind kein Hindernis zur gegenseitigen Hilfe. Mitglieder der Freundeskreise treffen sich nicht nur zu den Gruppenstunden, sondern verbringen auch einen Teil ihrer Freizeit miteinander - beim Wandern, Feiern, Spielen, Sport und bei Familienfreizeiten - und lernen so, Freizeit und Geselligkeit ohne Suchtmittel zu gestalten. Freundeskreise verstehen sich als Teil des Behandlungsverbundes in der Suchtkrankenhilfe. Sie suchen die Zusammenarbeit mit Fachkliniken, Beratungsstellen sowie anderen Suchtkrankenhilfeverbänden und übernehmen damit Aufgaben in der Vorsorge und Motivation. Sie begleiten Suchtkranke und deren Angehörige in der Zeit der Behandlung und stellen nach der Behandlung den Anschluss an die Selbsthilfegruppe und damit die Nachsorge sicher. Freundeskreise sind ein authentisches Modell für die suchtmittelfreie Lebensgestaltung. |